Altes Land in

Harburg

Das „Hamburger Alte Land“ mit seinen Stadtteilen Francop, Neuenfelde und Cranz ist geprägt vom bäuerlichen Obstanbau, historischen Deichen und der unmittelbaren Nähe zur Elbe. Zwischen Apfelplantagen, alten Bauernhäusern und kleinen Wasserläufen findet sich eine Kulturlandschaft, die zum Spazierengehen, Radfahren und Genießen einlädt. Hofläden mit frischem Obst, traditionelle Cafés und beeindruckende Ausblicke über die Elbufer machen diese Region zu einem der charmantesten Ziele im Hamburger Süden.

Erstellt von der Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz für ‚Harburg Marketing e.V.‘

Das „Alte Land Hamburg“: Francop – Neuenfelde – Cranz

Quelle der Karte: Wikipedia – Ausschnitt mit Ergänzungen (enthält Elemente von „Hamburg location map.svg“ – NordNordWest).

Das ‚Alte Land‘ – Hamburg und Niedersachsen

Nein, das ‚Alte Land‘ ist kein Hamburger Stadtteil, aber – was manche nicht wissen – es gibt drei Hamburger Stadtteile, die zum ‚Alten Land‘ gehören. Die Rede ist von Francop, Neuenfelde und Cranz am südwestlichen Stadtrand.

Genauso wie der Niedersächsische Teil des ‚Alten Landes‘ sind die Orte geprägt vom bäuerlichen Obstanbau und der Nähe zur Elbe. Sie sind einen Ausflug wert – und das nicht nur zur Zeit der Obstblüte!

Es handelt sich aber um einen Teil Hamburgs, in dem es sich auch gut wohnen und leben lässt.

Die Anfahrt

Wer das ‚Hamburger Alte Land‘ aus Richtung Hamburger Norden oder Osten besuchen will, fährt am besten über Moorburg am alten Elbdeich entlang. Man erreicht dann bald den Ortseingang Francop mit dem Schild „Herzlich willkommen im Alten Land“.

Mit dem Fahrrad nutzt man von der Nordseite der Elbe kommend am besten die verschiedenen Fährlinien (62, 64, 66) nach Finkenwerder. Das gilt auch, wenn man ohne Fahrrad mit dem ÖPNV kommt. Von Finkenwerder dann mit den Buslinien 150, 550 oder 2040 Richtung Westen bis zur Haltestelle ‚Neuenfelder Kirche‘ oder weiter bis Cranz.

Eine Alternative dazu sind die S-Bahnen S3 und S5: bis Neugraben und weiter mit der Buslinie 257 oder bis Neu Wulmstorf und weiter mit der Buslinie 550.

Über Moorburg ins ‚Alte Land‘: Ortseingang Francop

Francop – Straßendorf („Reihendorf“) am Alten Elbdeich

Das ‚Gutsbrack‘

Traditionelles Bauernhaus in Francop

Im Hintergrund als heller Streifen erkennbar die im Bau befindliche Autobahn A26

Francop

Francop ist ein Straßendorf am Alten Elbdeich, der bis zur Sturmflutkatastrophe 1962 Schutz vor den Elbwassern bot. Der damals an vielen Stellen zerstörte Deich wurde wiederhergerichtet und steht unter Denkmalschutz. Eine Besonderheit sind mehrere ‚Bracks‘ – kleine Seen, die bei Sturmfluten entstanden, nachdem einbrechendes Wasser unmittelbar hinter dem gebrochenen Deich tiefe und großflächige Löcher ausgespült hatte.

Auf der ‚Deichkrone‘ kann man wunderbar spazieren gehen. Richtung Süden sieht man dann die Straße und Wohnbebauung, dahinter die bäuerlichen Felder, überwiegend Apfelplantagen, die bis hin zum „Naturschutzgebiet Moorgürtel“ reichen. An dessen Rand wird derzeit die A26 bis zum Anschluss an die A7 gebaut.

Auf der nördlichen Seite des Deiches befinden sich ebenfalls Obstplantagen, die bis zur westlichen Umgehungsstraße Finkenwerder reichen. Zahlreiche Hofläden bieten frisch gepflücktes Obst und anderes im Direktverkauf an.

Erntefrisches Obst direkt vom Bauernhof

Schilder an den Straßen in Neunfelde, Francop und Cranz weisen auf kleine Läden im Hof hin. Angeboten werden Obst und Gemüse aus eigener Ernte (und daraus gewonnene Erzeugnisse wie Saft, Marmeladen, usw.). Diverse Apfelsorten werden das ganze Jahr über angeboten, in der Erntesaison von Mai bis Oktober ist das Angebot reichhaltig.

Neuenfelde

Fährt man die Straße am Deich weiter, kommt man an den östlichen Ortseingang von Neuenfelde. Dort teilt sich die Straße: Am ‚Marschkamper Deich‘ und weiter ‚Neuenfelder Fährdeich‘ gelangt man bis ans westliche Ende des Ortes. Dort bildet die Este, der in der Lüneburger Heide entspringende Nebenfluss der Elbe, eine natürliche Grenze. Die ‚Nincoper Straße‘ biegt westlich ab und führt am Ende, kurz nach einer Abzweigung Richtung Neu Wulmstorf, weiter ins niedersächsische Alte Land. Diese beiden Ost-West-Routen werden durch einige Straßen verbunden.

Das Ortsbild ist auch in Neuenfelde mit seinen gut 5000 Einwohnern durch viele Bauernhöfe und deren von Gräben durchzogenen Obstfeldern geprägt. Es gibt aber auch viel „normale“ Wohnbebauung. Ein neues Wohnfeld befindet sich derzeit in der Realisierung. Die ‚Seehofsiedlung‘ an der Grenze zu Niedersachsen wurde dagegen schon in den 1950/60-er-Jahren von der Sietas-Werft für die damals stark wachsende Mitarbeiterschaft, darunter auch viele türkischstämmige Menschen, gebaut und später erweitert. Daneben gibt es andere Gewerbebetriebe und ein Industriegelände am Este-Elbe-Eck. Direkt an der Estemündung lag bis vor kurzem ‚Sietas‘, die zuletzt älteste noch bestehende Werft Deutschlands. Der Betrieb der Werft ist eingestellt, die Neuenfelder hoffen, dass sich dort bald wieder zukunftsfähige gewerbliche Nutzung etablieren wird.

Bei Spaziergängen gibt es also viel zu entdecken. Dazu gehört dann natürlich auch der nach der Sturmflut 1962 errichtete neue Hauptdeich, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Elbe und die gegenüberliegende Seite von Neumühlen bis Blankenese hat.

Östlicher Ortseingang Neuenfeldep

‚Nincoper Straße‘ (links) und ‚Marschkamper Deich‘ teilen sich hier. Links das Haus, in dem der bekannte Orgelbauer Arp Schnitger bis zu seinem Tod lebte

St. Pankratiuskirche Neuenfelde, Organistenweg

Blick von Osten mit alten Gräbern

Aussicht vom Alten Elbdeich ‚Hasselwerder Straße‘ in Richtung Elbe:

Im Hintergrund das nördliche Elbufer, links ein Krahn der ehemaligen Sietas-Werft, rechts Gebäude des ‚Airbus‘-Geländes

Die alte ‚Cranzer Rollbrücke‘

Diese Brücke über die Este ist nur für Fahrradfahrer und Fußgänger nutzbar

Boots-Idyelle an der Este kurz vor der ‚Cranzer Rollbrücke‘

Cranz

Wenn man die Este westwärts quert, sei es über das Sperrwerk an der Mündung oder mit Fahrrad bzw. zu Fuß über das ein kleines Stück flussaufwärts gelegene ‚Alte Sperrwerk‘, eine Rollbrücke, gelangt man nach Cranz. Auch dieser Ort gehört zum Hamburger Teil des Alten Landes. Die Bebauung befindet sich fast ausschließlich an und auf den Deichen von Elbe und Este. Das Hinterland dient dem Obstbau. Allerdings schlägt die Este an der Südseite des Ortes einen größeren Bogen als die Straße. Dort am ‚Estebogen‘ gibt es Wohnbebauung in größerem Umfang mit einer kleinen Grundschule und einer Kindertagesstätte.

Im Hamburger Norden ist dieser Ortsteil wohl bekannter als die anderen beiden. Jahrhundertelang war die Fähre von Blankenese nach Cranz bei Ausflüglern beliebt, weil man dort einen Spaziergang auf dem Elbe- oder Estedeich mit einem Besuch der ansässigen Fischrestaurants verbinden kann. Spaziergang und Restaurantbesuch sind weiterhin empfehlenswert. Der Fährbetrieb ruht derzeit allerdings aus verschiedenen Gründen. Viele Menschen auf beiden Seiten der Elbe hoffen, dass der Betrieb irgendwann wieder aufgenommen wird.

Panorama-Blick beim Este-Sperrwerk am Übergang Neuenfelde / Cranz:

Links der Ausblickpunkt auf die Elbe (im Hintergrund Blankenese und ‚Airbus‘), rechts die Reste des Werftgeländes mit dem Werftbecken und dem weiteren Verlauf der Este

Orte zum Verweilen

Wer in den drei Orten des Hamburger Alten Landes spazieren geht findet an vielen Stellen, vor allem auf den alten Deichen, Sitzbänke, um einen Augenblick auszuruhen und die Atmosphäre zu genießen.

Etwas mehr Ruhe sollte man sich dann für einen Besuch der Neuenfelder St. Pankratiuskirche im Organistenweg nehmen. Die im 17. Jh. in barocker Architektur errichtete Kirche hat den Augen in ihrer Detailverliebtheit viel zu bieten. Mit dem Smartphone kann man über QR-Codes eine ‚Kirchentour‘ abrufen. Die Texte zu den einzelnen Stationen wurden von Konfirmandinnen und Konfirmanden aufgenommen. Die Orgel der Kirche ist eines der bedeutendsten Instrumente des Orgelbauers Arp Schnitger. Sie wurde vor wenigen Jahren aufwändig restauriert. Natürlich finden hier auch regelmäßig Gottesdienste statt und im Laufe des Jahres eine Reihe von Orgelkonzerten an Sonntagnachmittagen mit verschiedenen hochkarätigen Organisten.

Ein weiterer Ort für ein längeres Verweilen ist das Este-Sperrwerk direkt an der Elbmündung. Auf der Westseite ist ein Aussichtspunkt eingerichtet, der einen wunderbaren Blick auf die Elbe bietet. Auf der gegenüberliegenden Seite Blankenese, weiter elbaufwärts Nienstedten und das ‚Airbus‘-Gelände. Mit etwas Glück kommt dann neben Seglern und kleinen Booten ein großes Container- oder Kreuzfahrsschiff vorbei. Vom 1. April bis 15. September hat dort der ‚Elbblick-Grill‘ geöffnet.

Wer sonst eine Rast mit Essen und / oder Trinken verbinden möchte, findet dafür in den Orten ebenfalls genügend Gelegenheiten.

Blick in die St. Pankratiuskirche, Organistenweg

Die Kirche ist täglich ab 10 Uhr bis zum Einsetzen der Dämmerung geöffnet.

Aussichtspunkt am Este-Sperrwerk

‚Taverna Elina‘, Hasselwerder Str. 94

‚Taverna Elina im Stahmers Gasthof‘. ‚Stahmers Gasthof‘ war in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg – damals noch mit großem Saal – ein Ort zahlloser großer Familienfeiern. Jungen Leuten wurde hier mit Klavierbegleitung das Tanzen beigebracht. Den Saal gibt es nicht mehr – aber das familiengeführte Restaurant mit traditioneller griechischer Küche ist auch bei Auswärtigen beliebt. Bei gutem Wetter gibt es Sitzgelegenheiten auf der Außenterrasse.
Geöffnet ab 17 Uhr, Samstag ab 15 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr – Dienstag Ruhetag.

Café ‚Obsthof Puurten Quast‘, Nincoper Str. 45

Ein Café in einem traditionellen, 1778 in der jetzigen Gestalt errichteten Bauernhaus mit der ältesten ‚Prunkpforte‘ des Alten Landes. Die Inneneinrichtung hat ein Stück weit Museumscharakter. Bei Ausflüglern ebenso wie bei Einheimischen aber vor allem beliebt wegen der vielen leckeren Torten. Im Außenbereich gibt es viele Gartenplätze, innen zudem ein kleiner Laden mit Altländer Obst und Spezialitäten.
Geöffnet Freitag 9.30-18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 14¬18 Uhr. Für Feiern und Veranstaltungen ab 15 Personen auch außerhalb dieser Zeiten „buchbar“. Achtung: Es gibt eine Winterpause!

Gasthaus ‚Alte Post‘, Estedeich 88

Das familiengeführte Restaurant direkt am Estedeich in Cranz gibt es seit 1725. Beliebt sind bei gutem Wetter vor allem die Außenplätze mit unmittelbarem Blick auf die Este. Spezialität ist Fisch, es gibt aber auch Fleisch- und andere Gerichte. Zu Ausflugzeiten und mit größeren Gruppen empfiehlt sich Reservierung.
Geöffnet 11-20.30 Uhr, ‚Küchenpause‘ von 14.30-17 Uhr, Montag und Dienstag Ruhetage.

Das Neuenfelder Schützenfest

Foto: Schützenverein Neuenfelde 1912 e.V.

Vier Tage Dorffest von Donnerstag- bis Sonntagabend. Zahlreiche Umzüge, auch mit Beteiligung der Grundschule, große Tanzveranstaltungen in Festzelt und auf dem Festplatz alles, was dazu gehört: Losbuden, Entenangeln, Autoscooter, Karussell, Schießstand, Süßigkeiten, Wurstbude und so weiter. Am Sonntagabend dann die Königsproklamation.

Sommerturnier des Reit- und Fahrvereins

Foto: Reit- und Fahrverein Neuenfelde e.V.

Eine dreitägige Großveranstaltung, an der Reiterinnen und Reiter aus einem weiten Einzugsgebiet beteiligt sind.

Das ‚Hamburger Alte Land‘ lädt ein

Natürlich ist der städtische Einfluss in Francop, Neuenfelde und Cranz deutlich erkennbar. Die Bewohner und Bewohnerinnen nutzen auch gerne die schnell erreichbaren kulturellen Angebote der Großstadt. Aber dörfliche Strukturen sind in den Orten erhalten geblieben.

Ein intensives gemeinschaftlichen Leben gehört dazu. Zentrum des ‚Dorflebens‘ ist ein Festplatz, der am ‚Arp-Schnitger-Stieg‘ auch ziemlich genau im geographischen Mittelpunkt liegt.

Um diesen Platz herum haben Sportverein, Reitverein und Schützenverein ihre Areale. Ganz in der Nähe die Grundschule, die Kindertagesstätte, die Kirche und ein Bürgerhaus.

Diese und andere Vereine haben neben den regelmäßigen ortsinternen Angeboten im Jahreslauf auch hervorgehobene größere Feste und Veranstaltungen im Programm, zu denen auch über die Orte hinaus eingeladen wird.

Eine Übersicht:

  • April – Dezember (1. Sonntag im Monat, 16.30 Uhr): Orgelkonzerte in der St. Pankratius-Kirche (Arp-Schnitger-Gesellschaft Neuenfelde)
  • 1. Mai: Kinderfest (Ev.-Luth. Kirchengemeinde Neuenfelde)
  • Mai: Flohmarkt und Vernissage (Dorfgemeinschaftshaus ‚Uns Hus bi de Kark‘)
  • Juni: Mehrtägiges Schützenfest (Schützenverein Neuenfelde)
  • Juli: Sommerfest (Freiwillige Feuerwehr Neuenfelde)
  • Juli: Tennisturnier – auch für Nicht-Vereinsmitglieder (SV Este 06/70)
  • August: Dreitägiges Reiter-Sommerturnier (Reit- und Fahrverein Neuenfelde)
  • Anfang September: „Neuenfelder Markt“ (Kirchengemeinde Neuenfelde + Vereine)
  • November: Herbstmarkt ‚Martinshus‘ (Dorfgemeinschaftshaus ‚Uns Hus bi de Kark‘)
  • November (alle 2 Jahre): Erntedankfest auf einem Bauernhof (Heimatverein Francop)

Alltags-Treffpunkt beim kleinen ‚Versorgungszentrum‘ an der Einmündung Nincoper Deich / Nincoper Straße

Altländer Apotheke, ‚LIDL‘-Supermarkt, Tabakwaren- und Zeitschriftenhandel und zwei auch an Sonn- und Feiertagen geöffnete Imbisse.

‚Traumzeit Kosmetik und Wohnaccessoires‘

In der Nincoper Str. 94 hat sich seit einigen Jahren ‚Christina Schröders Traumzeit‘ etabliert. Neben Kosmetikbehandlungen werden jede Menge Wohn- und Kleidungsaccessoires angeboten. Man findet hier von montags bis freitags 9-13 und 15-18 Uhr sowie sonnabends von 9-13 Uhr außerdem immer kleine Geschenke nebst Karten für jeden Anlass.

‚Bundts Gartenrestaurant‘, Hasselwerder St. 85

Die in der Tourismusbranche wohlbekannte Adresse ist Hotel, Café und Restaurant in einem. Hochzeiten und Familienfeiern mit bis zu 300 Personen werden in dem Festsaal ausgerichtet. Mitgliederversammlungen von Vereinen, Firmenevents und sogar öffentliche Sitzungen des Regionalausschusses der Bezirksversammlung finden hier ebenfalls statt. Das Restaurant ist Dienstag bis Sonntag von 12-20 bzw. 22 Uhr geöffnet. Gerne wird auf der überdachten Außenterrasse im großzügig angelegten Garten Platz genommen. An bestimmten Tagen gibt es besondere Angebote, z.B. jeden Freitag ab 17 Uhr ein ‚Schnitzelabend‘. Unschlagbar günstig: Dienstag bis Freitag von 12-15 Uhr ein 3-Gänge-Menü (das macht allerdings Winterpause!).

‚Blumen Fahje‘, Organistenweg 13 A

Das Blumenfachgeschäft bietet ein reichhaltiges Sortiment an frischen und saisonalen Waren direkt vom Hamburger Blumengroßmarkt und aus dem Hamburger Umland. Blumenschmuck für Hochzeiten und andere festliche Anlässe wird vom Fachpersonal liebevoll hergerichtet. Wegen der Nähe zum Neuenfelder Friedhof sind Trauerfloristik und Grabpflege ein weiterer Schwerpunkt der Firma. Geöffnet Montag bis Freitag von 8-12 und 14-18 Uhr, Samstag 8-13 Uhr.

Vorschlag für einen Spaziergang in Neuenfelde:

Festplatz, Kirche, Alter Elbdeich, ehemaliger Hafen, ‚Rosengarten‘, Süderelbe

Wer im Hamburger Altenland mit dem Auto kommend einen Spaziergang machen möchte, wird vielleicht in erster Linie an die Wege entlang der Hauptdeiche mit Blick auf die große Elbe denken. Hier ein Vorschlag für einen innerörtlichen Rundgang, der – ohne Unterbrechungen – gut eine Stunde dauert.

Ausgangspunkt: Der Festplatz mit Parkplätzen in Neuenfelde, Arp-Schnitger-Stieg 37. Um den Festplatz versammelt: Der Sportplatz der Schule (links), die Plätze und Gebäude des Reitvereins, das Schützenheim, das Vereinsheim des Sportvereins mit Tennisanlage

Vom Festplatz startend geht es den Arp-Schnitger-Stieg in Richtung Elbe / Norden. Kurz vor dem Alten Elbdeich bzw. dem griechischen Restaurant geht linker Hand der ‚Organistenweg‘ ab. Er führt an der Nordseite der Kirchwarft mit den alten Gräbern entlang.

Dort, wo der Weg dann rechts abbiegt, befindet sich an der linken Ecke die Eingangspforte zum Kirchgelände. Ungezählte Brautpaare haben sich hier zum Foto aufgestellt. Wer sie nicht schon kennt, wird sich natürlich einen kurzen Blick in die prächtig ausgestaltete Kirche nicht entgehen lassen.

Dann aber geht es weiter auf kürzestem Weg zum Deich. Direkt dahinter liegt das Dorfgemeinschaftshaus ‚Hus bi de Kark‘.

Weiter geht es dann auf dem Deich westwärts. Gleich rechts ab führt die Straße ‚Am Rosengarten‘, der Spaziergang geht aber rd. 500 Meter weiter auf der Deichkrone bis zum ehemaligen Neuenfelder Hafen.

Der breite Wasserlauf dort, das ‚Neuenfelder Schleusenfleet‘, führt direkt zur Elbe bzw. zum Hauptdeich. Ganz vorne ist auf der rechten Seite ein Wasserdurchlauf erkennbar. Hier beginnt das vor wenigen Jahren neu angelegte Verbindungsgewässer zur Alten Süderelbe.

Diesem ‚Kanal‘ folgt der Spaziergang bis er die Alte Süderelbe erreicht. Der Weg liegt durchgängig auf dessen Südseite.

Nach einiger Zeit kreuzt wieder die Straße ‚Am Rosengarten‘. Links macht sich die vielbefahrene Umgehungstraße der ‚Airbus‘-Landebahn bemerkbar (sie heißt hier auch ‚Am Rosengarten‘).

Rechter Hand befindet sich eine große Schautafel, die über den Verlauf der Straße vor und nach der Anfang des neuen Jahrtausends erfolgten Landebahn-Verlängerung informiert. Sie steht auf dem kleinen Deich, der von hier bis zu dem am Anfang begangenen Alten Elbdeich reicht. Dabei handelt es sich um ein verbliebenes Teilstück des mittelalterlichen Ringdeiches, der den sogenannten ‚Rosengarten‘ umschloss.

Der Spaziergang führt dann weiter entlang am Wasserweg und bis zu dessen Ende. Dort wird der ‚Kanal‘ unter der Umgehungsstraße Finkenwerder in die Alte Süderelbe geleitet.

Wer sich traut, kann die Straße genau an der Stelle überqueren (aber Vorsicht: die Straße ist sehr befahren!) und bis an den Rand dieses ‚stillgelegten‘ Teiles der Elbe gehen.

Wer lieber auf sicherem Weg an die Süderelbe will: ein Stück an der Straße zurück Richtung Westen bis zur Ampel an der Abzweigung Richtung Finkenwerder, auf der anderen Straßenseite an der Süderelbe-Seite muss man dann den richtigen Fußweg finden. Nach rd. 400 Metern ist das Ufer der Alten Süderelbe erreicht. Der Weg ist manchmal etwas matschig, der Blick auf die Süderelbe hier aber noch besser.

Der eigentliche Rundgang geht vor der Umgehungsstraße weiter in östliche Richtung, zunächst als Schotterweg und dann als asphaltierte Straße. In diesem Abschnitt befindet man sich übrigens auf dem ‚Europäischen Fernwanderweg‘, auf der einen Seite wieder ein Stück des mittelalterlichen Ringdeiches, auf der anderen Seite – wie schon zuvor – Felder mit Apfelbäumen.

Die Straße führt zurück an den Alten Elbdeich. Dort – oben auf den Deich neben der Überführung an die Hasselwerder Straße – ein altes sogenanntes ‚Schottenhus‘. Die Schotten (die allerdings nicht mehr dabei sind) dienten früher bei starken Fluten dazu, die Straßenüberführungen im Deich zu schließen. Wenn man an dieser Stelle nach links bzw. Osten blickt, sieht man die alte Neuenfelder Mühle, die vor Jahren zu einem privaten Wohnhaus umgestaltet wurde.

Auf dem Deich geht es aber in die andere Richtung zurück zum Ausgangspunkt. Schon bald ist am Horizont die Kirche erkennbar. Auf dem Weg hat man hier einen guten Blick Richtung Norden, zwar nicht auf die Elbe selbst, aber auf das jenseitige Ufer. Auf der einen Seite sieht man das Este-Sperrwerk und den alten ‚Portal-Kran‘ der ehemaligen Sietas-Werft, auf der anderen Seite die ‚Airbus‘-Gebäude.

Nur noch ein kurzes Stück, dann ist das griechische Restaurant erreicht, wo es auf dem Arp-Schnitger-Stieg zurück zum Festplatz geht. Wenn die Zeit passt, ist zuvor in der ‚Taverna Elina‘ oder kurz davor in ‚Bundts Gartenrestaurant‘ eine Einkehr möglich.

Der Organistenweg auf der Nordseite der Kirchwarft

Blick von Deich auf den ehemaligen Neuenfelder Hafen

Ein kleiner Blick auf das Naturschutzgebiet ‚Alte Süderelbe‘

Das ‚Schottenhus‘ neben der Überfahrt zur Straße

Mettwurst- und Schinkenräucherei Quast

In der Nincoper Str. 18 / Ecke Tiefenstraße findet sich die ‚Altländer Mettwurst- und Schinkenräucherei Quast‘. Die Wurst- und Schinkenwaren sind für ihre hohe Qualität weit über das Alte Land hinaus bekannt – viele Geschäfte und Betriebe werden beliefert. Von Mittwoch bis Sonnabend gibt es von 7-12 Uhr (Sonnabend ab 10 Uhr), am Donnerstag auch von 13-17 Uhr, einen Hofverkauf. Mit Chance erlaubt der Chef dann einen Blick in die gekühlten Lagerräume. Wer zu anderen Zeiten kommt, kann sich einige Artikel auch aus dem 24/7-Automaten holen.

Früchte am Deich

Auf dem Alten Elbdeich sind viele Bäume gepflanzt: Wer hier zur richtigen Zeit spazieren geht, kann Kirschen und anderes direkt in den Mund oder in die Hand pflücken.

Imbisse und Zeitschriften

An der Ecke Nincoper Deich / Nincoper Straße gibt es gleich zwei Imbisse, die Döner & Pizza und anderes auch an Sonn- und Feiertagen anbieten. Auf der einen Seite (hier nicht abgebildet) ‚Elite‘, auf der anderen Seite ‚bena hol‘. Neben letzterem ‚Kähler Tabakwaren‘. Dort gibt es auch Zeitschriften, den DHL-Service, manches für Kinder und nicht zuletzt einen preiswerten Kaffee.

Der Hauptdeich an der Elbe – Schutz vor Sturmfluten

Links das unter Naturschutz stehende Deichvorland mit Baumbewuchs (dahinter die Elbe), rechts die viel befahrene Straße, die in östlicher Richtung bis ‚Airbus‘ und dann weiter nach Finkenwerder bzw. zur Autobahn A7 führt, in westlicher Richtung immer am Deich entlang nach Cranz und weiter bis tief nach Niedersachsen hinein

Das ‚Schöpfwerk Neuenfelde‘

Das ‚Schöpfwerk Neuenfelde‘ direkt hinter dem ‚Neuenfelder Hauptdeich‘ ist der direkte Zugang zur Elbe.

Wasser im ‚Alten Land‘: Segen und manchmal Fluch

Die Menschen im Alten Land wissen vielleicht besser noch als andere, dass Wasser ein Segen ist, aber auch ein Fluch sein kann. Die Sorge vor Sturmfluten, denen die Deiche nicht standhalten, wird in einer Zeit, in der der Meeresspiegel aufgrund der klimatischen Veränderungen steigt, wieder größer.

In den kommenden Jahren sollen die Hauptdeiche in Neuenfelde und Cranz noch einmal um rd. einen Meter erhöht werden. Was viele nicht wissen: Es gibt auch die Gefahr des sogenannten Binnenhochwassers. Bei langanhaltendem Starkregen fließen die Wassermassen von den südlich höher gelegenen Orten Neu Wulmstorf, Fischbek und Neugraben in Richtung Elbe.

Sie landen dann letztlich in der zwischen Francop und Finkenwerder gelegenen, vom Hauptstrom getrennten ‚Alten Süderelbe‘. Wenn das Wasser dort zu hoch steigt, muss es in die Norderelbe geleitet werden, um Überflutungen im Binnenbereich zu verhindern. Gibt es dabei Probleme, wird es gefährlich.

Zugleich wissen die Altländer zu schätzen, dass in ihrem Bereich genügend Wasser auch in Zeiten lang anhaltender Phasen ohne Regen zur Verfügung steht. Das gilt natürlich besonders für die Obstbauern.

Als nach der Sturmflut 1962 die bäuerliche Viehzucht fast komplett aufgegeben wurde und man ganz auf Obstanbau setzte, wurden nach und nach umfangreiche Systeme zur Be- und Entwässerung geschaffen. Gleichzeitig wurde ein Netz von Beregnungsteichen angelegt, um genügend Wasser für die Frostschutzberegnung zur Zeit der Obstblüte wie zur Kühlung während der Hitzeperioden im Sommer zur Verfügung zu haben.

Siele, Schleusen und Pumpen sorgen zudem für die Abführung des überschüssigen Wassers in Elbe und Este. Als aufmerksamer Spaziergänger kann man viele dieser Einrichtungen wahrnehmen. ‚Schleusenverbände‘ und ein Hauptentwässerungsverband kümmern sich um Instandhaltung und notwendige Ergänzungen.

Die Alte Süderelbe

Nachdem die Süderelbe als Ergebnis der Sturmflut 1962 vom Hauptstrom abgetrennt wurde, entstand hier über die Jahrzehnte ein ganz eigenes Biotop. Als die Winter im vergangenen Jahrhundert noch „frostsicher“ waren, diente das gezeitenfreie Gewässer manchmal über Wochen als kilometerlange Eislaufbahn.

Das Grabensystem

Ausgehend vom Elbzugang wird Wasser in ein System von größeren und kleineren Gräben geführt, das zwischen die Obstanbau-Felder geführt sind.

Teiche

Im Hinterland sind diverse Teiche angelegt, die als Reservoir für die Bewässerung dienen.

Vergangenheit und Zukunft der Orte

Die erste urkundliche Erwähnung eines Vorläufers des Dorfes Neuenfelde stammt aus dem Jahr 1059. Die Jubiläen 1959 und 2009 wurden ausgiebig gefeiert. In den Jahrhunderten ihrer Existenz wurden die drei Stadtteile neben den großen geschichtlichen Entwicklungen auch durch diverse große und zerstörerische Sturmfluten geprägt.

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts wurden holländische Siedler ins Land geholt, um Deiche zu bauen und das tiefer liegende Binnenland zu kultivieren. Nach den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts richtete auch die letzte schwere Sturmflut 1962 große Zerstörungen an und hat vielen Menschen die Existenz, einigen sogar das Leben gekostet.

Wer mit älteren Einwohnern ins Gespräch kommt, wird merken, dass die Erinnerung daran noch wach ist. Auf den Deichkronen dokumentieren einige Fotos den Zustand nach den Deichbrüchen. Die Heimatvereine Francop und „900 Jahre Neuenfelde e.V.“ beschäftigen sich mit der Geschichte der Dörfer, einige Mitglieder haben umfassende Kenntnisse erworben und auch verschiedene Schriftwerke dazu herausgegeben.

Wer sich näher mit der Geschichte des Alten Landes beschäftigen möchte, dem sei das Buch „Altes Land von A bis Z – Lexikon einer Elbmarsch“ empfohlen, deren einzelne Artikel von Kennern der Orte und ihrer Geschichte geschrieben sind.

Anfang des neuen Jahrtausends geriet das Dorf Neuenfelde im Zusammenhang mit der geplanten und letztlich auch durchgeführten Erweiterung der ‚Airbus‘-Landebahn in Finkenwerder in die Schlagzeilen. Viele im Dorf befürchteten, dass Neuenfelde und Francop ein ähnliches Schicksal drohe wie dem Dorf Altenwerder, das zugunsten der Hafenerweiterung aufgelöst wurde.

Andere sahen eher die Chancen. Das führte über einige Jahre zu Verunsicherung über das Zusammenleben und die zukünftige Entwicklung. Inzwischen hat man sich mit der Situation arrangiert. Die Zuversicht ist wieder da: Das ‚Alte Land Hamburg‘ wird in seiner gewachsenen Prägung erhalten bleiben.

Und es gibt Anlass zu dem Optimismus, dass es sich – auch im Hinblick auf die Bevölkerungszahl – weiter entwickeln wird. Das könnte auch für die Versorgungsinfrastruktur gelten, die derzeit im Großen und Ganzen auf das Notwendigste beschränkt ist. Für besondere Erledigungen und Besorgungen ist man derzeit auf die – allerdings schnell zu erreichenden – größeren Nachbarorte bzw. Stadtteile angewiesen.

Friedhof Neuenfelde, Organistenweg

… und über den Gräbern wacht ein Engel …

Foto-Tafel „Flut 1962“ auf dem alten Neuenfelder Deich

Auf den Deichen gibt es zahlreiche Schautafeln – teils mit Fotos von Deichbrüchen 1962, teils mit Erläuterungen zu besonderen Orten.

‚Airbus‘ und Neuenfelde

Der helle Streifen in der Mitte ist das Ende der 2006 fertig gestellten Verlängerung der ‚Airbus‘-Landebahn. Dahinter die ‚Skyline‘ von Neuenfelde mit der St. Pankratiuskirche.

Die islamische Gemeinde in Neuenfelde

Neuenfelde hat schon seit den 1950/60er-Jahren einen hohen Anteil von Menschen mit türkischstämmigem Hintergrund. Es gibt einen ‚Islamischen Kulturverein in Neuenfelde und Umgebung‘, der seine Gebäude einschließlich der ‚Kücük-Istanbul-Moschee‘ am ‚Neuenfelder Fährdeich‘ hat.

Was braucht das Hamburger Alte Land?

Die Altländer Bürgerinnen und Bürger – auch die Obstbauern – bringen ihre Meinungen deutlich zum Ausdruck.

Zuzug möglich und gewünscht!

Auf dieser Fläche am Ortseingang Nincoper Deich soll in den kommenden Jahren Wohnbebauung entstehen. Der Bebauungsplan steht („Neuenfelde 17“), derzeit wird die Erschließung geplant.

Die Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz

Im Süden Hamburgs haben viele den Eindruck, dass dieser Teil Hamburgs auf der nördlichen Seite – auch von Verantwortlichen – eher weniger gesehen und deshalb vernachlässigt wird. Und im Hamburger Alten Land entsteht zudem bisweilen das Gefühl, dass man die drei Orte Francop, Neuenfelde und Cranz in Harburg nur begrenzt wahrnimmt.

Ob das nun (noch) stimmt oder nicht – sich für die berechtigten Interessen von Bürgerinnen und Bürgern der örtlichen Ebene einzusetzen, ist in jedem Fall sinnvoll und notwendig.

Als Mitte der 1970er-Jahre die Ortsdienststelle Neuenfelde aufgelöst wurde, waren einige engagierte und verantwortungsbereite Menschen der Meinung, dass Politik und Verwaltung umso mehr auf Ansprechpartner vor Ort angewiesen sind.

Sie gründeten die Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz, die in den fünf Jahrzehnten seither im Gemeinwohl stehende Interessen der Bevölkerung zur Geltung bringt. Sie hat keine juristisch-institutionalisierte Form, man kann sie eher als eine Art fortlaufende Bürgerinitiative verstehen.

Dabei ist sie für Verantwortliche in Politik, Vereinen, Behörden, Ämtern und bei Pressevertretern zu einem respektierten Ansprechpartner geworden.

Mitglieder der Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz
vor einer ‚Prunkpforte‘ aus dem Jahr 1683

Wesentliche Themen bei den Treffen der Bürgervertretung sind z.B. die Belastung durch den individuellen Straßenverkehr, der Hochwasserschutz, die Verbesserung der Angebote des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau der Fahrradwege, die Nutzung der ehemaligen Werftfläche ‚Sietas‘, die Zusammenarbeit mit den benachbarten niedersächsischen Gemeinden und vieles anderes.

Jeder Bürger und jede Bürgerin mit Wohnsitz in einem der drei Orte und der Bereitschaft zu nachhaltiger Mitarbeit bei den in der Regel monatlichen Treffen kann sich dabei engagieren.

Neuenfelde, im September 2025

für die Bürgervertretung Neuenfelde-Francop-Cranz:

Gundel Detels, Norbert Dierks, Dr. Boy Friedrich

Kontakt: bv-altesland-hh@gmx.de

Fotos: Bürgervertretung / Dierks (sofern nicht anders gekennzeichnet)